31 March 2026, 10:19

Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 3,1-Prozent-Lohnerhöhung

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einer Bergkulisse, mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 3,1-Prozent-Lohnerhöhung

Tausende Mitarbeiter des Möbelzulieferers Hettich haben sich bereit erklärt, eine geplante Gehaltserhöhung zu verschieben. Die Entscheidung fällt in eine Phase anhaltender finanzieller Schwierigkeiten des Unternehmens. Die ursprünglich für den 1. April vorgesehene Lohnerhöhung um 3,1 Prozent wird nun um ein Jahr aufgeschoben.

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Die globale Möbelbeschläge-Branche kämpft seit 2020 mit Rückgängen: Die Umsätze sanken von 45 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf rund 38 Milliarden Euro in diesem Jahr. Gleichzeitig haben sich Bau- und Sanierungstätigkeiten verlangsamt, während Lieferkettenstörungen, steigende Rohstoffkosten und hohe Energiepreise die Gewinne schmälern. Allein die Stahlpreise sind seit 2021 um 40 Prozent gestiegen, und der Wettbewerb durch günstigere Importe aus Asien verschärft den Druck zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund schlug Hettich vor, die vereinbarte Lohnerhöhung zu verschieben. Über 90 Prozent der Belegschaft stimmten dem Plan zu, der dem Unternehmen mehrere Millionen Euro erspart. Für die Beschäftigten bedeutet dies jedoch einen Verzicht von mehr als 1.000 Euro pro Person in den kommenden zwölf Monaten.

Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte den Schritt scharf und warf Hettich vor, unzumutbaren Druck auf die Mitarbeiter auszuüben. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Entscheidung sei transparent getroffen worden und jeder Beschäftigte habe frei zugestimmt.

Die verschobene Gehaltserhöhung tritt nun erst im April 2025 in Kraft. Durch die Atempause erhofft sich Hettich eine Stabilisierung des Betriebs in einem schwierigen Marktumfeld. Die 3,1-prozentige Erhöhung wird dann – sofern keine weiteren Änderungen anstehen – nachgeholt.

Quelle