23 January 2026, 00:22

Hannovers neue «Gute-Nacht-Geschichten» für Kitas spalten die Meinungen

Ein aufgeschlagenes Buch mit zwei Bildern: eine Frau mit sanftem Gesichtsausdruck und ein Kind, das direkt in die Kamera schaut, beide mit kurzem dunklen Haar und weißen Kleidern, vor einem hellblauen Hintergrund.

Hannovers neue «Gute-Nacht-Geschichten» für Kitas spalten die Meinungen

Hannover führt 'Gute Nacht Geschichtensammlung' für örtliche Kitas ein

Die Sammlung umfasst 14 Kinderbücher, die vielfältige Familienformen, Geschlechtsidentitäten und körperliche Unterschiede thematisieren. Vertreter der Stadt betonen, dass die Initiative jungen Kindern durch Geschichten Akzeptanz vermitteln soll.

Seit der Ankündigung auf Social Media stößt das Projekt sowohl auf Zustimmung als auch auf Kritik.

Juliane Steeger, die Beauftragte für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Hannover, stellte die Bücherbox vor. Die Auswahl soll Kindern zeigen, dass alle Familien und Identitäten gleich wertvoll sind. Ein Titel, "Onkel Bobbys Hochzeit", erzählt von einem blonden Bräutigam, der einen dunkelhäutigen Mann heiratet. "Julian ist eine Meerjungfrau" handelt von einem Kind, das davon träumt, sich als Meerjungfrau zu verkleiden.

Ein queeres Mitarbeiternetzwerk innerhalb der Stadtverwaltung hatte seit 2022 über 100 Bücher geprüft und 66 Titel für Kitas empfohlen, von denen schließlich 14 für die Box ausgewählt wurden. Im Familienblog der Stadt auf Instagram wurden die Bücher als Mittel beschrieben, um Kindern Unterschiede auf positive Weise näherzubringen.

Kritiker meldeten sich schnell zu Wort. Ein Gegner bezeichnete das 11.000-Euro-Projekt als Geldverschwendung für "schwule Hasen und lesbische Katzen". Ein anderer griff "Teddy Tilly" an und behauptete, das Buch fördere Geschlechterverwirrung bei Kleinkindern. Befürworter lobten hingegen die Initiative, da sie Inklusion von frühester Kindheit an stärke.

Die Bücherbox steht nun allen Kitas in Hannover zur Verfügung. Die Verantwortlichen hoffen, dass sie Kindern hilft, sich selbst und andere in Geschichten wiederzufinden, die Vielfalt feiern. Die Debatte um die Inhalte spiegelt die gesellschaftliche Diskussion wider, wie Schulen und Kitas mit Identität und Repräsentation umgehen sollen.