03 February 2026, 06:10

Hamburgs Radverkehr boomt: 32 Prozent mehr Fahrräder seit 2019

Eine belebte Stadtstraße mit Fahrzeugen, Radfahrern, Gebäuden, Strommasten, Schildern, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Autorität: Fahrradverkehr in Hamburg steigt - Autoverkehr sinkt - Hamburgs Radverkehr boomt: 32 Prozent mehr Fahrräder seit 2019

Hamburg erlebt einen radikalen Wandel im Verkehrsverhalten: Immer mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um – seit 2019 ist der Radverkehr um 32 Prozent gestiegen, während die Autonutzung kontinuierlich sinkt. Laut Stadtverantwortlichen zeigt sich hier der Erfolg der Bemühungen um eine grünere Mobilität.

Die Zahl der Radfahrer in Hamburg wächst seit Jahren stetig. Allein 2023 stieg der Radverkehr im Vergleich zu 2022 um 4 Prozent. Noch deutlicher wird der Anstieg seit dem Jahr 2000: Hier verzeichnet die Stadt ein Plus von 118 Prozent.

Die Autonutzung hingegen ist seit 2000 um 19 Prozent zurückgegangen. Zwischen 2019 und 2023 verringerte sie sich um 12 Prozent, 2023 gab es noch einmal einen Rückgang um 1 Prozent. Trotz dieser Entwicklung wächst die Bevölkerung weiter – bei gleichzeitig rund 3.000 weniger zugelassenen Fahrzeugen im vergangenen Jahr.

Hamburg hat massiv in die Radinfrastruktur investiert, um seine Ziele zu erreichen. Über 200 Kilometer geschützte Radwege wurden gebaut, darunter fünf Hauptrouten für schnelles Vorankommen, die bis 2024 fertiggestellt wurden. Auf weiteren 150 Kilometern Straßen wird der Radverkehr nun priorisiert. Zudem entstanden 500 neue Fahrradabstellanlagen mit 20.000 Stellplätzen – besonders in der Nähe des Hauptbahnhofs –, die das Radfahren erleichtern. Die Stadt hat außerdem 300 zweirichtungsweisende Radampeln installiert und nach der COVID-19-Pandemie temporäre Pop-up-Radwege ausgebaut. Mit dem Masterplan Fahrrad, einem 100-Millionen-Euro-Programm, soll der Anteil des Radverkehrs an allen Wegen bis 2025 von 14 auf 20 Prozent steigen.

Verkehrssenator Anjes Tjarks verknüpft diese Entwicklungen mit einer umfassenden Strategie für nachhaltige Mobilität. Die Stadt will zu Fuß gehen, Radfahren und den Öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen als das private Auto.

Die Maßnahmen Hamburgs, den Autoverkehr zu reduzieren und den Radverkehr zu fördern, zeigen Wirkung. Mit mehr Radwegen, Abstellmöglichkeiten und Ampeln entfällt ein größerer Teil der täglichen Wege auf das Fahrrad. Der Trend deutet darauf hin, dass in den kommenden Jahren noch weniger Autos auf den Straßen unterwegs sein werden.