16 April 2026, 20:17

GKV vor Finanzkollaps: BKK-Chefin fordert radikale Sparmaßnahmen für 2024

Plakat mit der Aufschrift "Präsident Biden beschränkt Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo darüber.

GKV vor Finanzkollaps: BKK-Chefin fordert radikale Sparmaßnahmen für 2024

Gesetzliche Krankenversicherung steht vor wachsendem Finanzdruck – BKK-Chefin schlägt Sparmaßnahmen vor

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sieht sich mit steigendem finanziellen Druck konfrontiert, wobei die Defizite 2024 im Vergleich zum Vorjahr weiter zunehmen dürften. Anne-Kathrin Klemm, Vorsitzende des BKK-Dachverbands, hat nun mehrere Kostensenkungsvorschläge vorgelegt, um die Belastung des Systems zu verringern.

Zu Klemms Empfehlungen gehört die Erhöhung des Herstellerrabatts auf Medikamente von derzeit 7 auf 12 Prozent. Allein diese Anpassung könnte jährliche Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro bringen. Zudem schlägt sie vor, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken – eine Maßnahme, die zwischen 6 und 7 Milliarden Euro pro Jahr sparen könnte. Würde der ermäßigte Steuersatz auch auf Hilfsmittel ausgeweitet, ließen sich zusätzlich rund 750 Millionen Euro einsparen.

Um die Ausgaben weiter zu drücken, regt Klemm die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen für Hausärzte an, was jährlich 500 Millionen bis 1 Milliarde Euro sparen könnte. Ähnliche Deckelungen für Kinder- und Jugendärzte könnten weitere 300 Millionen Euro bringen. Darüber hinaus plädiert sie für strengere Abrechnungsprüfungen bei Krankenhäusern, die die Kosten um etwa 1 Milliarde Euro senken könnten – ohne dass dabei neue Leistungsbegrenzungen eingeführt würden.

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Noch in dieser Woche, voraussichtlich am Montag, wird die Finanzkommission der Bundesregierung eigene Vorschläge vorlegen. Doch Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), warnt bereits: Kürzungen bei den Honoraren könnten Ärzte dazu veranlassen, ihre Sprechstundenanzahl zu reduzieren.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die wachsende Finanzlücke in der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Kosten deutlich senken, ohne den Zugang zur medizinischen Versorgung einzuschränken. Die anstehenden Regierungsempfehlungen werden zeigen, welche der Ideen tatsächlich weiterverfolgt werden.

Quelle