GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und Intransparenz vor
Emilia NeumannGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und Intransparenz vor
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat scharfe Kritik an der Deutschen Bahn (DB) geübt. Er bezeichnete deren Finanzgebaren als "Geldwäschemaschine" – begründet mit undurchsichtigen internen Abrechnungsstrukturen und einem überdimensionierten Netz aus Tochtergesellschaften. Seine Äußerungen folgen auf jüngste Führungswechsel und Umstrukturierungsbemühungen beim staatlichen Bahnkonzern.
Reißen richtete seinen Vorwurf insbesondere gegen die mangelnde Finanztransparenz der DB. Er prangerte das undurchdringliche Geflecht interner Geschäfte und die Vielzahl an Beteiligungsgesellschaften an. Zeitweise verfügte das Unternehmen über mehr als 1.000 Tochterfirmen – mittlerweile auf unter 600 reduziert. Der Gewerkschaftschef argumentierte, diese Verringerung diene dazu, "individuelle Geldströme zu zerschlagen" und Steuergelder zu schützen.
Zudem stellte er die Berufung von Karin Dohm zur Finanzchefin infrage und bezeichnete sie als "offensichtlich nicht qualifiziert" für die Position. Reißen warnte, ihre Anstellung werde voraussichtlich weitere Kontroversen auslösen und öffentliche Mittel verschwenden. Seine Kritik galt auch Vorstandschefin Evelyn Palla, die er aufforderte, endlich "leere Versprechungen" sein zu lassen und stattdessen konkrete Schritte zur Sanierung des Schienennetzes einzuleiten.
Trotz seiner scharfen Worte unterstützte Reißen einige von Pallas jüngste Entscheidungen. So begrüßte er ihre Pläne, die oberste Führungsebene zu halbieren – ein Schritt, der die operative Effizienz steigern und die Produktivität erhöhen soll. Auch die Entlassungen von Dohm und Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, bezeichnete er als notwendigen Impuls für eine konsequente Führungskultur.
Reißens Aussagen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern wider. Die Forderungen der GDL nach mehr Transparenz und entschlossenem Handeln fallen in eine Phase umfassender Restrukturierungen. Angesichts der Verwendung von Steuergeldern bleibt der Druck auf Palla groß, sichtbarbare Fortschritte zu erzielen.






