30 May 2026, 12:13

Flüchtling aus Syrien gründet kostenloses Reparaturcafé in Bremen – und kämpft gegen Wegwerfgesellschaft

Karem Hasan repariert Dinge

Flüchtling aus Syrien gründet kostenloses Reparaturcafé in Bremen – und kämpft gegen Wegwerfgesellschaft

Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan hinter der Heilig-Geist-Kirche ein Reparaturcafé. Die Initiative, die er kurz nach seiner Ankunft in Deutschland ins Leben rief, bietet kostenlose Reparaturen für defekte Geräte an. Hasan floh 2018 aus Damaskus und hat seitdem einen Gemeinschaftsort geschaffen, an dem Anwohner:innen ihre Besitztümer reparieren können, statt sie wegzuwerfen.

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2018 kam Hasan nach Bremen, auf der Flucht vor dem Krieg in Syrien. Bereits nach acht Monaten eröffnete er das Reparaturcafé – mit dem festen Willen, Müll zu vermeiden und anderen zu helfen. Mittlerweile unterstützen ihn seine Frau, Reham Alsalti, und ein Praktikant namens Andrii in der Werkstatt.

Das Café hat jeden Samstagmorgen und an Werktagen abends geöffnet, sobald Hasan seine Vollzeitstelle beendet hat. Er repariert Geräte unentgeltlich und hilft den Menschen dabei, Ersatzteile zu finden, wenn diese benötigt werden. Seine Arbeit passt zu der bevorstehenden EU-Gesetzgebung – dem „Recht auf Reparatur“ –, das im Juli in Kraft tritt. Die neue Regelung wird Hersteller verpflichten, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter zu reparieren sind, was Hasans Arbeit erleichtern wird.

Doch Hasan geht es nicht nur um Reparaturen: Er motiviert andere, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen. 2024 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und trat im Dezember desselben Jahres der SPD bei. Eine Rückkehr nach Syrien schließt er jedoch aus – angesichts der zerstörten Infrastruktur des Landes. Das Café befindet sich in Neue-Vahr-Nord, einem Stadtteil, in dem das durchschnittliche Jahreseinkommen 2020 bei 24.400 Euro lag – deutlich unter dem Bremer Durchschnitt von 40.100 Euro.

Das Reparaturcafé bleibt eine wichtige Anlaufstelle für die Gemeinschaft: Es bietet praktische Hilfe und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Mit dem bevorstehenden „Recht auf Reparatur“ wird Hasans Arbeit noch zugänglicher. Seine Initiative bleibt eine lokale Ressource, die Anwohner:innen in einem Stadtteil mit unterdurchschnittlichen Einkommen unterstützt.

Quelle