Expertenkommission schlägt 66 Maßnahmen zur Rettung der gesetzlichen Krankenversicherung vor
Mila VoigtExpertenkommission schlägt 66 Maßnahmen zur Rettung der gesetzlichen Krankenversicherung vor
Eine von der Regierung unterstützte Expertenkommission hat 66 Maßnahmen vorgeschlagen, um das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem zu stabilisieren. Der Plan zielt darauf ab, ein prognostiziertes Defizit von 15,3 Milliarden Euro bis 2027 zu schließen – eine Lücke, die sich bis 2030 voraussichtlich auf über 40 Milliarden Euro vergrößern wird. Die Linke hat die Empfehlungen jedoch scharf kritisiert und sie als Belastung für normale Versicherte statt für Wohlhabende oder Unternehmen bezeichnet.
Die Expertenkommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung legte ihren Bericht vor, in dem Wege zur Kostensenkung und Einnahmensteigerung aufgezeigt werden. Ohne die Versorgung zu verschlechtern, könnten die Maßnahmen im kommenden Jahr bis zu 42,3 Milliarden Euro einsparen. Zu den zentralen Vorschlägen gehört die vollständige Finanzierung der Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger über Steuermittel, was jährlich 12 Milliarden Euro sparen würde. Weitere Schritte umfassen die Deckelung der Erstattungen für Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente in Höhe der Versicherungseinnahmen (mögliche Einsparungen: 5,5 bis 19 Milliarden Euro) sowie die Erhöhung der Zuzahlungen für Patienten bei Medikamenten – von mindestens 5 auf 7,50 Euro und von maximal 10 auf 15 Euro –, mit regelmäßigen Anpassungen.
Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, verurteilte den Plan als "viele bittere Pillen", die vor allem die Versicherten treffen würden. Er argumentierte, dass Gutverdiener im Vergleich zu Durchschnittsverdienern einen weitaus geringeren Anteil ihres Einkommens in das System einzahlen. Pellmann wies zudem darauf hin, dass Vermieter und Großinvestoren trotz des Nutzens einer stabilen Arbeitskraft nichts zur gesetzlichen Krankenversicherung beitragen.
Die Linke fordert einen gerechteren Ansatz und besteht darauf, dass "diejenigen mit den breitesten Schultern" – also Wohlhabende und Unternehmen – einen größeren Teil der finanziellen Last tragen sollten. Ihr Alternativmodell würde das System durch eine gerechtere Umverteilung der Beiträge auf eine "solide Basis" stellen.
Die Vorschläge der Expertenkommission stehen nun zur politischen Debatte. Sollten sie umgesetzt werden, würden sie die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems grundlegend verändern. Der Widerstand der Linken deutet auf einen größeren Streit hin: Wer soll die finanzielle Last tragen – die normalen Bürger oder die Spitzenverdiener und Unternehmen des Landes?






