EU zwingt Firmenflotten bis 2035 fast komplett auf E-Autos um
Die Europäische Union treibt strenge neue Vorgaben für schadstoffarme und emissionsfreie Fahrzeuge in Unternehmensflotten voran. Nach Plänen, die Ende 2025 vorgelegt wurden, müssen Unternehmen Quoten erfüllen, die bis 2035 den Großteil der Verbrenner-Fahrzeuge effektiv auslaufen lassen. Die Initiative stößt bereits bei großen Autovermietern auf Kritik, die höhere Kosten und Risiken in der Lieferkette befürchten.
Das "Automobilpaket" der EU, das die Europäische Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagen hat, führt verbindliche Quoten für saubere Fahrzeuge in Firmenflotten ein. Bis 2030 müssen 83 Prozent der Dienstwagen schadstoffarm oder emissionsfrei sein, bis 2035 steigt dieser Anteil auf 95 Prozent. Auch finanzielle Anreize werden umgestellt und künftig nur noch für Elektrofahrzeuge oder Modelle mit extrem niedrigen Emissionen gewährt.
Der Autovermieter Sixt bezeichnet die Pläne als "Hintertür-Verbot für Verbrennungsmotoren". Unternehmenschef Konstantin Sixt warnte, dass die verschärften Regeln die Mietpreise in die Höhe treiben würden, da Elektrofahrzeuge in Anschaffung und Unterhalt teurer seien. Zudem verwies das Unternehmen auf Risiken bei der Batterieproduktion, wo Europa weiterhin stark von chinesischen Lieferanten abhängig ist.
Während die deutsche Bundesregierung ihre genaue Position noch nicht dargelegt hat, gibt es bisher keine Hinweise auf größere Abweichungen vom ursprünglichen EU-Vorschlag. Die Verordnung sieht zwar gewisse Flexibilitäten vor – etwa Bonusregelungen für kleine in der EU hergestellte Elektroautos –, die Kernziele bleiben jedoch unverändert.
Der EU-Druck auf sauberere Flotten wird Unternehmen zwingen, in den kommenden zehn Jahren rasant auf Elektro- oder schadstoffarme Fahrzeuge umzusteigen. Mit einer Quote von 95 Prozent bis 2035 stehen Unternehmen vor höheren Kosten und möglichen Lieferengpässen. Ob die Politik erfolgreich sein wird, hängt davon ab, ob die Batterieproduktion ausreichend ausgebaut wird und alternative Lieferanten Europas Abhängigkeit von China verringern können.






