04 April 2026, 18:18

Deutschlands Wirtschaft bremst stark ein: Prognose halbiert sich auf 0,6 Prozent

Balkendiagramm, das die fünf größten Handelsbilanzdefizite im Jahr 2012 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschlands Wirtschaft bremst stark ein: Prognose halbiert sich auf 0,6 Prozent

Die Wirtschaftslage Deutschlands hat sich deutlich eingetrübt: Fühende Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für 2026 drastisch nach unten korrigiert. Der Krieg mit Beteiligung des Irans hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben und zwingt Experten, ihre Erwartungen von 1,3 auf nur noch 0,6 Prozent zu halbieren. Gleichzeitig warnen Politiker vor drohenden Haushaltslücken in Höhe von dutzenden Milliarden Euro ab 2027.

Fünf renommierte Wirtschaftsforschungsinstitute – das RWI Essen, das DIW Berlin, das Ifo Institut München, das IWH Halle und das Kiel Institut für Weltwirtschaft – veröffentlichten in ihrem gemeinsamen Frühjahresgutachten 2026 eine deutliche Abwärtsrevision. Die zuvor prognostizierten 1,3 Prozent Wachstum, die noch vor der Eskalation des Iran-Konflikts erwartet worden waren, wurden auf nunmehr 0,6 Prozent gesenkt. Als Hauptgrund nennen die Institute die durch den Krieg ausgelösten steigenden Energiepreise.

Als Reaktion forderte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU, Christian Haase, strikte Sparmaßnahmen und strukturelle Reformen. Ohne entschlossenes Handeln, so seine Warnung, könnte die finanzielle Handlungsfähigkeit des Staates deutlich eingeschränkt werden. Haase unterstützte zwar den Vorstoß von Finanzminister Lars Klingbeil, in allen Ministerien Sparquoten durchzusetzen, betonte jedoch, dass tiefgreifendere Kürzungen notwendig seien.

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Matthias Middelberg, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, verwies auf eine ab 2027 erwartete Haushaltslücke im zweistelligen Milliardenbereich. Um diese zu schließen, seien Kürzungen bei Förderprogrammen, Subventionen und Sozialleistungen unvermeidbar, so Middelberg. Haase schlug zudem vor, die Tabaksteuer zu erhöhen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Beide Politiker drängten die Regierung, bis Ende April konkrete Pläne vorzulegen. Haase warnte, dass globale Krisen und schwache Wachstumsaussichten gezielte Maßnahmen erforderten, um die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands zu sichern.

Die auf 0,6 Prozent revidierte Wachstumsprognose zeigt die schweren Folgen des Iran-Kriegs auf die Energiemärkte. Angesichts drohender Haushaltsdefizite fordern Abgeordnete nun Ausgabenkürzungen und neue Einnahmequellen. Die Regierung steht unter Druck, bis Ende April eine klare Finanzstrategie für den Bundestag zu erarbeiten.

Quelle