Deutschland will Alkoholverbot für Jugendliche ab 14 verschärfen
Deutschland plant ein Verbot von kontrolliertem Alkoholkonsum für Jugendliche ab 14 und 15 Jahren. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat vorgeschlagen, die bestehende Ausnahme zu streichen, die es Minderjährigen erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Alkohol zu trinken. Die Änderung ist Teil umfassender Bemühungen, Suchtprobleme bei Jugendlichen zu bekämpfen und präventive Maßnahmen statt nachsichtiger Regelungen zu fördern.
Bisher dürfen 14- und 15-Jährige Bier, Wein oder Cider in Gegenwart eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten konsumieren. Nach dem neuen Gesetzentwurf soll diese Ausnahme vollständig entfallen. Das Ministerium warnt, dass früher Alkoholkonsum zu gesundheitlichen Risiken, gewalttätigem Verhalten und Vernachlässigung führen kann.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich die öffentliche Debatte von der Eindämmung übermäßigen Alkoholkonsums hin zu dessen vollständiger Vermeidung verlagert. Studien zeigen einen deutlichen Rückgang des regelmäßigen Alkoholkonsums bei 12- bis 17-Jährigen – von 21,2 % im Jahr 2004 auf nur noch 9,7 % im Jahr 2023. Parallel zu diesen Erkenntnissen hat auch der politische Wille zugenommen: Der Bundesrat unterstützte die Reform im September 2025.
Der Vorschlag ist Teil eines größeren Pakets zur Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfegesetze. Er spiegelt zudem eine breitere Initiative wider, junge Menschen vor Alltagssüchten zu schützen. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Anhörung mit Verbänden und Interessengruppen; eine Abstimmung im Bundestag wird noch in diesem Jahr erwartet.
Falls das Gesetz verabschiedet wird, entfällt der kontrollierte Alkoholkonsum für Minderjährige ab 14 Jahren. Die Reform passt sich dem rückläufigen Alkoholkonsum bei Jugendlichen und dem verstärkten Fokus auf Prävention an. Die Bundesregierung strebt an, die Änderungen bis 2026 umzusetzen.






