21 April 2026, 00:23

Deutschland startet Privatisierung von Sefe – und schreibt Energiewende neu

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil der natürlichen Gasimporte aus Russland in Europa zeigt, mit Text, der die Investitionsprozentsätze im Land angibt.

Deutschland startet Privatisierung von Sefe – und schreibt Energiewende neu

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Germania, die derzeit unter staatlicher Kontrolle steht. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen – ein erster Schritt, um ihren vollständigen Besitzanteil schrittweise zu verringern. Gleichzeitig beschleunigen geopolitische Spannungen und steigende Gaspreise den Prozess stärker als zunächst erwartet.

Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der auch andere europäische Länder ihre Energiebeziehungen zu Russland neu bewerten. So erwägt Moldau angesichts eines Streits mit Gazprom die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz.

Sefe, das kritische Energieinfrastrukturen wie Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung verwaltet, befindet sich seit 2022 vollständig in staatlichem Besitz. Nach den Regeln der Europäischen Kommission muss Berlin seinen Anteil bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Die geplante Kapitalerhöhung stellt die erste Verwässerung des staatlichen Besitzes dar; weitere Verringerungen könnten durch Aktienverkäufe oder einen Börsengang erfolgen.

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Das Unternehmen hat deutlich gemacht, dass es nicht beabsichtigt, seine Vermögenswerte für separate Verkäufe aufzuspalten, sondern seine Kerngeschäfte zusammenhalten möchte. Parallel zur Privatisierung prüft Deutschland auch eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur.

In anderen Teilen Europas hat die USA unterdessen eine letzte einmonatige Ausnahme von den Sanktionen für Naftna Industrija Srbije (NIS) gewährt, das staatlich gestützte serbische Ölunternehmen, das mehrheitlich russischen Entitäten gehört. Dieser Schritt unterstreicht die anhaltenden Komplexitäten der Energieabhängigkeiten auf dem Kontinent.

Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, während sich der Staat schrittweise aus der direkten Kontrolle zurückzieht. Die Kapitalerhöhung und eine mögliche Fusion mit Uniper könnten die Position des Unternehmens auf einem volatilen Markt stärken. Gleichzeitig unternehmen Länder wie Moldau eigene Schritte, um ihre Energieunabhängigkeit angesichts anhaltender Konflikte mit russischen Lieferanten zu sichern.

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