Deutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch – nur noch 0,6 Prozent für 2023
Mila VoigtDeutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch – nur noch 0,6 Prozent für 2023
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre deutlich nach unten korrigiert. Der aktuelle gemeinsame Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht werden soll, zeichnet ein weit düstereres Bild als frühere Vorhersagen. Steigende Energiekosten und geopolitische Spannungen zwingen zu einer drastischen Abwärtsrevision.
Noch vor sechs Monaten hatten dieselben Institute für 2023 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent und für 2024 von 1,4 Prozent erwartet. Nun rechnen sie für 2023 nur noch mit einem Plus von 0,6 Prozent. Der starke Rückgang der Erwartungen ist vor allem auf den Krieg im Iran sowie die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise zurückzuführen, die schwer auf der Wirtschaft lasten.
Auch die mittelfristige Perspektive bleibt verhalten. Für 2027 wird das BIP-Wachstum auf lediglich etwa 1 Prozent prognostiziert. Die Institute verweisen auf mehrere langfristige Herausforderungen, die diese Entwicklung prägen.
Die hohe Inflation der vergangenen Jahre belastet weiterhin die Haushaltsbudgets und die Betriebskosten der Unternehmen. Der anhaltende Ukraine-Krieg verstärkt die geopolitische Instabilität, während sich die schwächelnde globale Handelslage negativ auf die Exporte auswirkt. US-Zölle setzen deutsche Hersteller zusätzlich unter Druck, und die Aufwertung des Euro seit dem Frühjahr 2025 macht Exporte teurer.
Auch innerdeutsche Faktoren spielen eine Rolle. Eine alternde Bevölkerung und der Umbau hin zu einer CO₂-neutralen Wirtschaft erfordern kostspielige Anpassungen. Zusammen schaffen diese Faktoren ein schwieriges Umfeld für ein nachhaltiges Wachstum.
Die überarbeiteten Prognosen deuten auf eine längere Phase schwacher wirtschaftlicher Expansion hin. Angesichts der Belastungen durch Energiepreise, Handelsdruck und strukturelle Veränderungen steht Deutschland vor einem schwierigeren Weg der Erholung. Der vollständige Bericht mit den aktuellen Einschätzungen der Institute wird am Mittwoch veröffentlicht.






