05 June 2026, 19:39

Deutsche Filmpreise zwischen Jubel, Kinski-Debatte und politischer Kritik

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

Deutsche Filmpreise zwischen Jubel, Kinski-Debatte und politischer Kritik

Die diesjährigen Deutschen Filmpreise boten eine Mischung aus Feierlaune und Kontroversen. Regisseur Wim Wenders thematisierte eine seit langem diskutierte Szene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975, in der die junge Nastassja Kinski mitspielte. Gleichzeitig ehrte die Veranstaltung neue Talente und lenkte den Blick auf politische Sorgen innerhalb der Branche.

Bei der Preisverleihung sprach Wenders offen über die umstrittene Szene mit Kinski, die damals erst 13 Jahre alt war. Er räumte ein, dass er sie heute anders inszenieren würde, und stellte die Frage, ob Filme nach ihrer Veröffentlichung noch verändert werden sollten. Kinski selbst setzt sich seit Jahren für die Streichung der Szene ein.

Die Preisträgerliste umfasste mehrere herausragende Werke. Mascha Schilinskis In den Sonnenblumen triumphierte mit zehn Auszeichnungen, darunter Bester Spielfilm. Senta Berger erhielt die Auszeichnung als Beste Hauptdarstellerin für Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke, inszeniert von ihrem Sohn Simon Verhoeven. Lena Urzendowsky, prämiert als Beste Nebendarstellerin, nutzte ihre Dankesrede, um zu mehr Empathie aufzurufen und ein Ende von Gewalt sowie Grenzüberschreitungen zu fordern.

Auch politische Spannungen kamen während der Gala zur Sprache. Akademiepräsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel äußerten sich besorgt über den Aufstieg der rechtsextremen AfD. Produzent Ingo Fliess, der einen Preis für Gelbe Briefe entgegennahm, betonte seine Dankbarkeit dafür, in Deutschland ohne Angst frei arbeiten zu können.

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Die Veranstaltung verband künstlerische Leistungen mit schwierigen Debatten über Ethik und Politik. Wenders’ Reflexion über vergangene Entscheidungen und Kinskis anhaltende Bemühungen, die Szene entfernen zu lassen, bleiben vorerst ungelöst. Gleichzeitig unterstrich die Würdigung neuer Filme und Darstellungen die kreative Vitalität der Branche.

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