Deutsche Bahn übernimmt Chaos-Strecken nach Auflösung der problematischen Tochterfirma
Emma BeckerDeutsche Bahn übernimmt Chaos-Strecken nach Auflösung der problematischen Tochterfirma
Jahre der Chaos-Bahn in Niedersachsen: Nach Auflösung von Start Niedersachsen Mitte übernimmt Deutsche Bahn direkt
Der Schienenverkehr in Zentral-Niedersachsen litt jahrelang unter den Versäumnissen der Start Niedersachsen Mitte. Der Betreiber, eine Tochtergesellschaft von Deutsche Bahn, erfüllte seine vertraglichen Pflichten wiederholt nicht – mit Folgen wie Verspätungen, Zugausfällen und sogar einem kompletten Zusammenbruch des Fahrplans. Nun, nach der Auflösung des Unternehmens, wird Deutsche Bahn das Problemnetz in Eigenregie übernehmen.
Die Schwierigkeiten begannen im Dezember 2021, als Start Niedersachsen Mitte, eine Deutsche Bahn-Tochter, den Betrieb auf den Linien RB 37 und RB 38 aufnahm. Trotz des in einer europaweiten Ausschreibung gewonnenen Auftrags hatte das Unternehmen von Anfang an mit Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen. Fahrgäste litten unter massiven Verspätungen, überfüllten Zügen und – auf der Strecke Uelzen–Bremen – sogar einem wochenlangen Fahrbetriebsstillstand.
2022 verhängte die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) wegen wiederholter Verstöße gegen die Servicevorgaben eine Strafe in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Ein Jahr später, nach weiteren Pannen, folgte eine offizielle Abmahnung. Am 1. August 2023 löste Deutsche Bahn schließlich die Start Deutschland GmbH und mit ihr alle Tochtergesellschaften – darunter Start Niedersachsen Mitte – auf.
Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn hatte bereits eine vorzeitige Vertragsbeendigung gefordert. Mit der direkten Übernahme durch Deutsche Bahn keimt nun vorsichtige Hoffnung auf Besserung. So soll – vier Jahre nach Ankündigung – endlich WLAN in den Zügen eingeführt werden, während andere versprochene Modernisierungen weiterhin ungewiss sind.
Die Auflösung von Start Niedersachsen Mitte beendet ein von Pannen geprägtes Kapitel im Regionalverkehr. Deutsche Bahn wird das Netz nun selbst betreiben – Behörden und Fahrgäste werden genau beobachten, ob sich die Leistung verbessert. Noch unklar ist, wer nach dem Wechsel die Verbindungen im Heidekreis übernehmen wird.