31 May 2026, 16:16

DB-Chef Nagl lehnt Sonderkonditionen für Italo im deutschen Fernverkehr ab

DB InfraGO warnt vor Sonderregeln für Italo im Fernverkehr

DB-Chef Nagl lehnt Sonderkonditionen für Italo im deutschen Fernverkehr ab

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hat sich gegen Pläne ausgesprochen, dem italienischen Bahnanbieter Italo Sonderkonditionen auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einzuräumen. Er warnte, ein solcher Schritt könnte die Branche destabilisieren und langwierige juristische Auseinandersetzungen auslösen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der sich Italo auf den Markteintritt in Deutschland im Jahr 2028 vorbereitet.

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Nagl kritisierte insbesondere den Vorschlag einer befristeten „Neueinsteiger-Klausel“, die Italo den Markteintritt erleichtern soll. Diese Idee bezeichnete er als rechtlich riskant und argumentierte, sie würde für alle Bahnbetreiber extreme Unsicherheit schaffen. Seiner Meinung nach könnten Sonderregelungen zu jahrelangen Gerichtsverfahren über die Zugangsbedingungen zur Schieneninfrastruktur führen.

Das aktuelle System stützt sich nicht mehr auf die veralteten mehrjährigen Rahmenverträge von 2017, die wegen ihrer Komplexität und rechtlichen Mängel abgeschafft wurden. Ein neues verbindliches Regelwerk im Rahmen der EU-Kapazitätsverordnung wird erst 2031 in Kraft treten – bis dahin klafft eine regulatorische Lücke. Nagl warnte, dass vorübergehende Begünstigungen für Italo vor Gericht angefochten und wegen Verstößen gegen EU-Recht gekippt werden könnten.

Trotz seiner Bedenken zeigt sich Nagl optimistisch in Bezug auf den Wettbewerb im Schienenverkehr. Er betonte, die DB InfraGO behandle als Infrastrukturunternehmen alle Anbieter gleich. Seine Priorität liege darin, fairen Zugang zu gewährleisten – unabhängig davon, welche Unternehmen die Züge betreiben.

Nagls Warnungen unterstreichen die Risiken, die mit Sonderregelungen für Italo einhergehen, solange noch kein dauerhaftes rechtliches Rahmenwerk existiert. Ohne klare Vorschriften könnte der deutsche Fernverkehrsmarkt über Jahre hinweg instabil bleiben. Er besteht darauf, dass fairer Wettbewerb – und nicht die Bevorzugung einzelner Anbieter – letztendlich den Fahrgästen am meisten nütze.

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