CDU-Niedersachsen in der Krise: Deepfake-Skandal erschüttert Fraktionsarbeit
Emma BeckerCDU-Niedersachsen in der Krise: Deepfake-Skandal erschüttert Fraktionsarbeit
Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen steht nach der Verbreitung eines sexuell expliziten Deepfake-Videos in einer privaten WhatsApp-Gruppe vor schweren internen Verwerfungen. Der Vorfall führte zu disziplinarischen Maßnahmen, darunter eine Entlassung und eine Suspendierung, bevor die Partei die Angelegenheit am 5. Mai – mehr als einen Monat nach der ersten öffentlichen Stellungnahme – für abgeschlossen erklärte.
Im Januar war in der WhatsApp-Gruppe MitGLIEDER ein Deepfake-Video verbreitet worden, das eine junge Mitarbeiterin zunächst in Bikini zeigte und später so manipuliert wurde, dass sie bei einem simulierten Oralverkehr zu sehen war. Zwei Drittel der männlichen Fraktionsmitarbeiter gehörten dieser Gruppe an. Die Betroffene erfuhr erst drei Monate später von dem Video, als ein Mitglied sie informierte.
Adrian Mohr, damals Fraktionsgeschäftsführer, ordnete die Löschung des Videos an und wies die Gruppe an, Stillschweigen zu bewahren. Als der Fall öffentlich wurde, wurde der Ersteller des Videos entlassen und Mohr selbst suspendiert. Sebastian Lechner, Fraktionsvorsitzender, verurteilte die Inhalte als unertragbar, frauenfeindlich und entwürdigend.
Um die Folgen des Vorfalls aufzuarbeiten, ernannte die Partei Barbara Otte-Kinast zur Ombudsfrau und zog externe Mediatoren hinzu, um das Arbeitsklima zu verbessern. Nach den disziplinarischen Maßnahmen arbeitet die Fraktion nun mit zwei Mitarbeitern weniger.
Die CDU-Fraktion in Niedersachsen hat Schritte eingeleitet, um die Krise zu bewältigen, darunter personelle Veränderungen und Vermittlungsgespräche. Der Vorfall hat das Team personell geschwächt; weiterhin laufen Bemühungen, das Vertrauen und die Professionalität im Arbeitsumfeld wiederherzustellen.






