Bundesweiter Apotheken-Protest: Warum in MV viele Türen geschlossen bleiben
Mila Voigt80 Prozent der MV Apotheken am Montag geschlossen - Bundesweiter Apotheken-Protest: Warum in MV viele Türen geschlossen bleiben
Apotheker in ganz Deutschland protestieren am Montag – in Mecklenburg-Vorpommern bleiben viele Geschäfte geschlossen
Am Montag beteiligen sich Apotheker in ganz Deutschland an einem bundesweiten Protest. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern schließen zahlreiche Apotheken für einen Tag ihre Türen. Der Hintergrund sind jahrelang unveränderte Erstattungssätze und der wachsende finanzielle Druck auf die lokalen Apotheken. Zwar bleiben Notdienste geöffnet, doch Patienten werden gebeten, nicht dringende Besuche auf Dienstag zu verschieben.
Rund 80 Prozent der Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern, die nicht zum Notdienst eingeteilt sind, werden am Montag geschlossen bleiben. Die Region, in der Ende 2024 etwa 350 Apotheken ansässig sind, schließt sich damit den Forderungen nach längst überfälligen Gebührenanpassungen an. Seit 2013 gab es keine Anpassung der Erstattungssätze – trotz steigender Betriebskosten.
Die Branche fordert eine pauschale Erhöhung des Fixums, also der festen Gebühr pro Medikament, sowie höhere Vergütungen für Nacht-, Notfall- und Botendienste. Die Krankenkassen bevorzugen hingegen ein System, bei dem die Gebühren je nach Umsatz und Region variieren. Die Protestorganisatoren rufen zudem die Regierungskoalition auf, frühere Zusagen zur Gebührenreform endlich umzusetzen.
Patienten, die dringend Medikamente benötigen, können offene Apotheken über das Online-Portal der Apothekerkammer finden. So bleibt Deutschlands dezentraler Arzneimittelvorrat auch während des Streiks zugänglich.
Apotheker aus Mecklenburg-Vorpommern werden zudem nach Berlin reisen, um sich einer größeren Demonstration anzuschließen. Ihre Teilnahme unterstreicht die weitverbreitete Frustration über stagnierende Finanzierung und die Notwendigkeit fairer Vergütungsmodelle.
Während der Aktion bleiben die meisten nicht zum Notdienst gehörenden Apotheken in der Region für einen Tag geschlossen. Die Notdienste arbeiten jedoch wie gewohnt weiter und sichern so die Versorgung in dringenden Fällen. Der Protest macht die finanzielle Belastung der Apotheken und den dringenden Handlungsbedarf bei der Aktualisierung der Erstattungspolitik deutlich.






