14 January 2026, 13:09

Bundeswehr startet Fragebogen-Offensive – Bayerns Kirche hilft bei Gewissensfragen

Eine Zeichnung der Deutschen Evangelischen Kirche St. Markus, die ein zentrales Haus und Text am Boden zeigt.

Militärdienst: Evangelische Kirche berät Jugendliche - Bundeswehr startet Fragebogen-Offensive – Bayerns Kirche hilft bei Gewissensfragen

Deutschland führt Wehrpflicht in abgewandelter Form wieder ein – mit Fragebogen für junge Menschen

Die Bundesregierung will die Bundeswehr bis 2035 deutlich ausbauen – als Teil dieser Strategie erhalten junge Menschen in Deutschland ab Mitte Januar einen Fragebogen der Streitkräfte. Gleichzeitig bietet die evangelische Kirche in Bayern Tausenden jungen Gemeindemitgliedern Unterstützung an, die vor dieser Entscheidung erstmals stehen.

Die Bundeswehr verschickt die Bögen an junge Männer und Frauen im ganzen Land. Darin werden Fragen zu Gesundheit, Fitness, Bildung und der Bereitschaft zum Wehrdienst gestellt. Während Männer verpflichtend antworten müssen, können sich Frauen freiwillig beteiligen.

Ziel der Regierung ist es, die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Zudem soll eine Reserve von 200.000 Personen aufgebaut werden – eine Reaktion auf die sich wandelnden Sicherheitsrisiken. In Bayern erhalten rund 22.000 junge Protestantinnen und Protestanten, die 2008 geboren wurden, in diesen Tagen einen Brief von Bischof Christian Kopp. Darin thematisiert er die ethischen Konflikte des Militärdienstes, etwa die Gefahr, anderen oder sich selbst Schaden zuzufügen. Kopp betont, wie wichtig es sei, die Entscheidung im Einklang mit dem eigenen Gewissen zu treffen, und ruft zu persönlicher Reflexion auf. Sein Schreiben skizziert drei Möglichkeiten: den Wehrdienst, einen zivilen Ersatzdienst oder freiwilliges Engagement. Die Kirche möchte den jungen Menschen so bei dieser weitreichenden Entscheidung zur Seite stehen.

Mit der Zusendung der Fragebögen im Januar beginnt für die Bundeswehr eine neue Phase. Die evangelischen Jugendlichen in Bayern erhalten dabei zusätzliche Orientierung von ihrer Kirche. Langfristig strebt die Bundesregierung eine größere, besser vorbereitete Armee bis Mitte der 2030er-Jahre an.