Bundeswehr-Reform: Pistorius will Reservekräfte mit neuem Gesetz stärken
Emilia NeumannBundeswehr-Reform: Pistorius will Reservekräfte mit neuem Gesetz stärken
Bundeswehrminister kündigt umfassende Reform der Reservekräfte an
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wird am Mittwoch eine neue Strategie vorstellen, mit der die Reservekräfte der Bundeswehr gestärkt werden sollen. Die Pläne sehen unter anderem eine Anhebung der Altersgrenze für Reservistinnen und Reservisten sowie bessere Ausbildung und Ausstattung vor.
Aktuell stehen etwa 60.000 Reservisten für einen schnellen Einsatz bereit, wobei das Verteidigungsministerium einräumt, dass es keine genauen Zahlen gibt. Die Gesamtzahl der Mitglieder im Reservistenverband liegt bei rund 110.000. Mit den geplanten Änderungen würde die maximale Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre angehoben – eine Anpassung an die längere Berufstätigkeit und die bessere Fitness älterer Menschen.
Das neue Reservistenstärkungsgesetz, das noch in diesem Sommer verabschiedet werden soll, wird auch Fragen der Ausbildung und Teilnahme regeln. Pistorius setzt sich dafür ein, dass Reservisten eine angemessene Ausstattung erhalten und an sinnvollen Übungen teilnehmen. Geplant ist zudem, wie viele von ihnen jährlich an Manövern beteiligt sein sollen.
Ein zentraler Punkt der Reform betrifft die Rechte der Arbeitgeber. Bisher können Unternehmen Einspruch einlegen, wenn Reservisten einberufen werden. Der Minister will dieses freiwillige Prinzip abschaffen und sicherstellen, dass Reservisten an Ausbildungen teilnehmen können, ohne dass der Arbeitgeber dies blockiert.
Ziel der Reformen ist es, eine zuverlässigere und leistungsfähigere Reserve aufzubauen. Angesichts einer alternden Bevölkerung und steigender Rentenalter ermöglichen die Änderungen älteren Reservisten einen längeren Dienst. Die Bundesregierung erwartet, dass die neuen Regelungen die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte verbessern und die Landesverteidigung stärken werden.






