Bundesprogramm verwandelt Büros in Wohnungen – doch reicht die Förderung?
Emilia NeumannBundesprogramm verwandelt Büros in Wohnungen – doch reicht die Förderung?
Bundesprogramm soll Leerstand bekämpfen: Aus Büros werden Wohnungen
Ein neues Bundesprogramm zielt darauf ab, den Wohnungsmangel zu lindern, indem leerstehende Büroräume in Wohnungen umgewandelt werden. Ab Sommer 2026 sollen günstige Kredite und Zuschüsse Investoren für solche Projekte gewinnen. Die Verantwortlichen erhoffen sich damit eine Entlastung der angespannten Wohnungsmärkte in den Städten – bei gleichzeitiger Förderung energetischer Sanierungen.
Die Initiative mit dem Namen "Gewerbe zu Wohnen" startet, obwohl bisher kein Bundesland ein eigenes Umwandlungsprogramm aufgelegt hat. Mit einem Fördervolumen von 300 Millionen Euro springt nun der Bund ein, um Bauherren zu motivieren, ungenutzte Gewerbeimmobilien neu zu nutzen. Im Fokus stehen Deutschlands sieben größte Städte, wo leerstehende Bürogebäude Platz für bis zu 11.000 neue Wohnungen bieten könnten. Wäre das Programm auf alle Ballungsräume ausgedehnt, ließe sich das Potenzial auf 60.000 Wohneinheiten steigern. Allerdings erfordert die Umwandlung von Büros in Wohnraum oft aufwendige Umbauarbeiten, da solche Flächen in der Regel über keine Wohninfrastruktur wie Küchen oder ausreichende Belüftung verfügen.
Die Förderung deckt bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit ab – rückzahlungsfrei. Unternehmen können maximal 300.000 Euro an Gesamtförderung erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sanierung den Standard "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erfüllt, um klimafreundliche Modernisierungen sicherzustellen. Doch die stark gestiegenen Baukosten haben solche Projekte für Investoren selbst mit Subventionen weniger attraktiv gemacht.
Die genauen Richtlinien für das Programm werden noch ausgearbeitet. Stand April 2026 hat noch kein Bundesland eigene Regelungen für Investoren eingeführt – das Bundesprogramm bleibt damit vorerst die einzige Anreizmaßnahme. Mit "Gewerbe zu Wohnen" könnten Tausende neue Wohnungen in Städten mit akutem Wohnungsmangel entstehen. Durch finanzielle Unterstützung bei Umbauten will die Regierung Leerstände verringern und gleichzeitig die Energieeffizienz verbessern. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob die Förderung die hohen Kosten für die Wohnraumanpassung ausgleichen kann.






