Bremen fordert schärfere Maßnahmen gegen Gewalt an Bahnmitarbeitenden – doch wer zahlt?
Emilia NeumannBremen fordert schärfere Maßnahmen gegen Gewalt an Bahnmitarbeitenden – doch wer zahlt?
Bremen unterstützt neuen Aktionsplan für mehr Bahnsicherheit in Deutschland – fordert aber klarere Verantwortlichkeiten und strengere Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Die Forderungen der Stadt kommen nach über 3.200 registrierten körperlichen Angriffen auf Mitarbeiter:innen im vergangenen Jahr allein.
Zu den zentralen Punkten gehört ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern in allen Bahneinrichtungen. Zudem verlangt Bremen einen verstärkten Einsatz der Bundespolizei – sowohl in Zügen als auch an Bahnhöfen –, um Angriffe abschreckend zu wirken und schneller auf Vorfälle reagieren zu können.
Technische Lösungen wie Kameras oder digitales Ticketing lehnt die Stadt als Ersatz für persönliches Eingreifen ab. Özlem Ünsal, Bremens Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, betont, dass solche Maßnahmen Gewalt im akuten Moment nicht verhindern könnten. Stattdessen pocht sie auf mehr Personal vor Ort, darunter zusätzliche Zugbegleiter:innen und spezialisierte Sicherheitsteams.
Die Finanzierung dieser Stellen soll laut Bremens Vorschlag der Bund übernehmen. Zudem fordert die Stadt einen Echtzeit-Zugang der Bundespolizei zu den Videoaufzeichnungen in den Zügen, um im Notfall schneller handeln zu können. Zwar unterstützt Bremen schärfere Strafen für Täter:innen, lehnt aber starre bundesweite Vorgaben wie eine verpflichtende Doppelte Besetzungsregel ab. Ein flexibler, risikobasierter Ansatz sei sinnvoller, so die Begründung der Stadt.
Hintergrund der Initiative ist der deutliche Anstieg von Angriffen auf Beschäftigte im Verkehrssektor. Bremens Forderungen zielen auf mehr Personal, strengere Kontrollen und klarere Zuständigkeiten ab. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie die Bahnsicherheitspolitik in ganz Deutschland prägen.






