Braunschweig kämpft vergeblich gegen Falschparker auf Gehwegen
Falschparken auf Gehwegen bleibt ein hartnäckiges Problem in Braunschweig
Trotz klarer Vorschriften parken viele Autofahrer weiterhin auf Gehwegen und blockieren so Fußgängerwege – mit erheblichen Sicherheitsrisiken. Die Stadt hat zwar Gegenmaßnahmen ergriffen, doch sowohl die Durchsetzung der Regeln als auch bauliche Lösungen stoßen auf Herausforderungen.
Nach der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Parken oder Halten auf Gehwegen grundsätzlich verboten, sofern keine Schilder es ausdrücklich erlauben. Damit Fußgänger sicher passieren können, müssen Gehwege mindestens 1,80 Meter breit bleiben. Doch illegal abgestellte Fahrzeuge verengen diesen Raum oft massiv. Allein in den Jahren 2024 und 2025 verhängten städtische Ordnungsämter jeweils rund 5.000 Bußgelder wegen solcher Verstöße.
Besonders betroffen sind unter anderem die Karl-Marx-Straße, die Georg-Westermann-Allee und der Wilhelmitorwall. Zwar hatte die Stadt über physische Barrieren wie Poller oder Betonabwehrsteine nachgedacht, diese Idee jedoch wegen möglicher Gefahren und Zugangsbehinderungen verworfen. Stattdessen setzen neuere Straßenplanungen auf einen sogenannten "Überstandsstreifen" – eine Pufferzone, die es parkenden Fahrzeugen ermöglicht, leicht auf den Gehweg zu ragen, ohne ihn vollständig zu blockieren.
Bei aktuellen Straßenumbauten und Neubauten werden zwar breitere Gehwege priorisiert, doch der Ausgleich zwischen Auto-, Rad- und Fußverkehr bleibt schwierig. Bisher gibt es in Braunschweig keine genehmigten Flächen für halbhochbordige oder senkrechte Parkplätze mit seitlichem Zugang. Auch sieht die Verwaltung derzeit keinen dringenden Bedarf für eine stadtweite Strategie, da die öffentliche Nachfrage nach schärferen Maßnahmen gering ist.
Die Stadt setzt weiterhin auf Bußgelder und gestalterische Anpassungen, um das Parken auf Gehwegen einzudämmen. Ohne zugelassene Alternativlösungen bleibt die Ahndung von Verstößen das wichtigste Mittel, um die Fußgängerwege freizuhalten. Die Verantwortlichen halten den aktuellen Ansatz vorerst für ausreichend, um das Problem in den Griff zu bekommen.






