Braunschweig kämpft gegen jahrelange Leerstände – CDU fordert endlich Lösungen für verfallene Immobilien
Emma BeckerBraunschweig kämpft gegen jahrelange Leerstände – CDU fordert endlich Lösungen für verfallene Immobilien
Braunschweig steht unter wachsendem Druck, seine langfristig leerstehenden Gebäude anzugehen, insbesondere Immobilien in der Nähe von Eintracht Braunschweig und in der Innenstadt. Die CDU-Fraktion im Stadtrat fordert nun konkrete Maßnahmen und bezeichnet das Problem als eine der größten städtebaulichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Kritik kommt nach Jahren der Untätigkeit, in denen einige Immobilien seit Jahrzehnten leerstehen und zunehmend verfallen.
Ein besonders eklatantes Beispiel ist das Gelände der Stiftung Großes Waisenhaus in der Salzdahlumer Straße. Das Gebäude steht seit über 20 Jahren leer und verfällt zusehends. Heidemarie Mundlos, planungspolitische Sprecherin der CDU, nannte den Zustand "inakzeptabel" und betonte, dass eine solche jahrelange Vernachlässigung nicht länger hingenommen werden dürfe.
Die Initiative Innenstadtdialog der Stadt hat das Problem der Leerstände zwar erkannt, beschränkt sich jedoch auf die Innenstadt. Unterdessen lenkte die Technische Universität Braunschweig in ihrer Ausstellung "Dornröschen" (2024) die Aufmerksamkeit auf die Thematik: Studierende präsentierten kreative Ideen zur Wiederbelebung leerstehender Gebäude. Trotz ihrer attraktiven Lagen und Entwicklungspotenziale fehlt vielen Immobilien jedoch weiterhin eine klare, tragfähige Perspektive.
Die CDU hat nun eine offizielle Anfrage an die Verwaltung gerichtet, um Aufklärung über Entwicklungschancen, verfügbare Fördermittel und notwendige Instrumente zur Bekämpfung der Langzeit-Leerstände zu erhalten. Antworten muss unter anderem Dirk Bachmann geben, der seit November 2021 als planungspolitischer Beigeordneter und Leiter der Stadtentwicklung fungiert. Die Fraktion unterstrich zudem den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und forderte, die Stadt müsse endlich Verantwortung für die Umnutzung dieser Flächen übernehmen. Doch während die Diskussionen andauern, bleibt die zentrale Frage: Wie kann Braunschweig aus diesen brachliegenden Orten wieder funktionale Teile der Stadt machen?
Der Vorstoß der CDU kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt gleichzeitig mit Wohnungsmangel und ungenutzten Immobilien kämpft. Mit ihrer Anfrage zwingt die Fraktion die Verwaltung, konkrete Schritte, Finanzierungsmöglichkeiten und langfristige Strategien vorzulegen. Ohne Handeln drohen Gebäude wie das des Großen Waisenhauses weiter zu verfallen – und wertvolles Potenzial bleibt ungenutzt.