08 April 2026, 08:24

Brandts Witwe rechnet mit der SPD ab: "Hat die Realität verloren"

Seebacher bringt CDU-AfD-Koalition ins Gespräch

Brandts Witwe rechnet mit der SPD ab: "Hat die Realität verloren"

Brigitte Seebacher, die Witwe des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, hat in einem scharfen Gastbeitrag für die Welt ihre ehemalige Partei, die SPD, heftig kritisiert. Während in Rheinland-Pfalz die Koalitionsgespräche laufen, warf sie der Partei vor, den Kontakt zu ihrer traditionellen Wählerbasis verloren zu haben. Ihre Äußerungen kommen Jahrzehnte, nachdem sie die SPD 1995 aus ideologischen Gründen verließ.

Seebacher argumentiert, die SPD-Führung verstehe die Sorgen ihrer Stammwählerschaft nicht mehr. Als Beispiel für die Entfremdung nannte sie den Fokus der Partei auf politische Korrektheit – selbst den veganen Lebensstil des scheidenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer führte sie an. Ihrer Meinung nach setzt die SPD zu sehr auf Nostalgie und Sozialleistungen, statt neue Konzepte zu entwickeln.

Zudem wies sie die Vorstellung zurück, Parteien seien unsterblich. Zwar gebe es den klassischen Arbeiterwähler vielleicht nicht mehr in alter Form, doch arbeitende Menschen existierten nach wie vor. Ihre Kritik zielt auf den dramatischen Stimmenverlust der SPD ab, die bei jüngsten Wahlen fast zehn Prozentpunkte einbüßte.

Mit Blick auf die nächsten Schritte der CDU riet Seebacher von einer erneuten Zusammenarbeit mit der SPD ab. Stattdessen schlug sie vor, eine Kooperation mit der AfD zu prüfen. Den Wahlsieger in Rheinland-Pfalz warnte sie, sich gut zu überlegen, ob man sich mit einer Partei verbünden solle, die ihrer Ansicht nach den Anschluss an die Realität verloren hat.

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Ihr Austritt aus der SPD 1995 hatte ähnliche Gründe: Sie sah damals eine Abkehr von den ursprünglichen Werten der Partei und eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber ihren Arbeiterwurzeln.

Seebachers Kritik kommt zu einem entscheidenden Moment für die SPD, während in Rheinland-Pfalz weiter über eine Koalition verhandelt wird. Ihre Worte spiegeln tiefe Gräben über den Kurs der Partei und ihre Fähigkeit wider, Wähler zu erreichen. Gleichzeitig wirft ihr Beitrag die Frage auf, ob die CDU ihren Rat zu möglichen Bündnissen befolgen wird.

Quelle