19 April 2026, 08:14

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für hochmoderne Drohnenabwehrsysteme

Zwei Männer in blauen Uniformen und Helmen arbeiten an einem großen Drohnen, halten Werkzeuge, mit einer Plastikabdeckung auf dem Boden.

Brandenburg an der Havel wird zum Standort für hochmoderne Drohnenabwehrsysteme

Neues Drohnenabwehrzentrum soll in Brandenburg an der Havel entstehen

In Brandenburg an der Havel entsteht ein neues Zentrum für Drohnenabwehr. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative von HD Advanced Technologies (HDAT), einer Tochtergesellschaft des Heidelberger Unternehmens Heidelberger Druckmaschinen AG, und dem amerikanisch-israelischen Rüstungskonzern OAS. Das Vorhaben sieht die Produktion und den Vertrieb autonomer Drohnenabwehrsysteme am Standort vor.

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Die Heidelberger Druckmaschinen AG betreibt seit 1991 ein Werk in Brandenburg an der Havel, in dem derzeit rund 400 Mitarbeiter beschäftigt sind. Der Standort bietet zudem Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechaniker und Mechatroniker an. Unternehmenschef Jürgen Otto bezeichnete die neue Drohnenabwehr-Initiative als "strategische Erweiterung unseres zivil-militärischen Geschäftsbereichs".

HDAT-Geschäftsführer Michael Wellenzohn betonte, das Ziel der Partnerschaft liege darin, fortschrittliche Drohnentechnologie mit deutscher Präzisionsfertigung zu verbinden. Das Joint Venture plant, die Drohnenabwehrsysteme von OAS zunächst in Deutschland und der Ukraine zu vermarkten, bevor eine Expansion in andere EU-Länder folgt. Eric Brock, CEO von Ondas (Mutterkonzern von OAS), verwies auf die wachsende Notwendigkeit, kritische Infrastruktur und zivile Gebiete in Europa vor Drohnenangriffen zu schützen.

Vor Ort fällt die Resonanz gemischt aus. Bürgermeister Daniel Keip begrüßte das Projekt als "Stärkung des industriellen Rufs der Stadt". Heidi Hauffe, Vorsitzende des lokalen BSW-Verbands, äußerte jedoch Bedenken, der Standort könnte Brandenburg an der Havel in künftigen Konflikten zum potenziellen Ziel machen.

Das neue Drohnenabwehrzentrum wird auf einem etablierten Industriegelände mit langer Tradition in der Region angesiedelt sein. Die Produktion soll in Kürze starten, wobei sich die ersten Verkäufe auf Deutschland und die Ukraine konzentrieren. Für das Heidelberger Werk in Brandenburg bedeutet das Projekt einen Wandel – weg von Drucktechnologie, hin zu Rüstungssystemen.

Quelle