03 January 2026, 10:37

Bischof Ackermann fordert wehrhafte Demokratie durch Ethik und bürgerliches Engagement

Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße protestieren und Schilder halten, mit Gebäuden, Bäumen und Laternen im Hintergrund unter einem Himmel.

Bischof Ackermann: Wie Demokratie verteidigt werden muss - Bischof Ackermann fordert wehrhafte Demokratie durch Ethik und bürgerliches Engagement

Triers Bischof Stephan Ackermann plädiert für eine wehrhafte Demokratie – nach außen wie nach innen

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat eine Demokratie gefordert, die sich sowohl gegen äußere Bedrohungen als auch gegen innere Spaltungen zur Wehr setzt. Er betonte die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes, der militärische Verteidigungskraft mit sozialer Verantwortung und bürgerlichem Engagement verbindet.

In der Debatte um die Landesverteidigung sprach sich Ackermann für den freiwilligen Wehrdienst als ethisch und christlich legitim aus. Der Schutz des Landes, seiner Werte und des Friedens erfordert eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit, so der Bischof. Gleichzeitig warnte er davor, die Diskussion auf Rüstungssysteme oder militärische Aufrüstung zu verkürzen.

Ackermann thematisierte auch die inneren Risiken für die Demokratie. Er kritisierte eine überzogene Empörungsrhetorik in der politischen Auseinandersetzung, die seiner Ansicht nach Wut, Angst und Polarisierung schüre. Stattdessen forderte er Kompromissbereitschaft, aktives Zuhören und Widerstand gegen spaltende Diskurse, die die Gesellschaft von innen heraus schwächen. Im Bereich der sozialen Verantwortung unterstützte der Bischof den von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagenen 'gesellschaftlichen Pflichtdienst'. Er setzte dabei auf Freiwilligkeit statt auf Zwang und hob die zentrale Rolle von Vereinen, Verbänden und bürgerlichem Engagement hervor. Zudem verwies er auf externe Gefahren wie Cyberangriffe und Propaganda, die darauf abzielten, demokratische Gesellschaften zu destabilisieren.

Ackermanns Appell verbindet Verteidigungsbereitschaft mit zivilgesellschaftlichem Einsatz. Freiwilligendienste, eine ethisch fundierte Sicherheitsvorsorge und der Widerstand gegen innere Spaltung sieht er als Schlüssel zum Erhalt der Demokratie. Seine Äußerungen spiegeln eine breitere Forderung wider, Sicherheit und sozialen Zusammenhalt in Einklang zu bringen.