24 April 2026, 22:14

Bidirektionales Laden: Wie es die Akkuleistung von Elektroautos beeinflusst

Ladestation für Elektrofahrzeuge auf einem Parkplatz mit umgebenen Infrastruktur, Grünflächen und einer Brücke im Hintergrund.

Bidirektionales Laden: Wie es die Akkuleistung von Elektroautos beeinflusst

Bidirektionales Laden bei Elektroautos gewinnt an Bedeutung – doch die Sorge um die Akkugesundheit bleibt

Bidirektionales Laden von Elektroautos rückt zunehmend in den Fokus, doch es gibt weiterhin Bedenken hinsichtlich der langfristigen Akkuleistung. Neue Studien zeigen, dass die Rückspeisung von Strom ins Netz die Alterung der Batterie im Laufe der Zeit leicht beschleunigen kann. Hersteller und Netzbetreiber entwickeln nun Strategien, um Effizienz und langfristige Akkuleistung in Einklang zu bringen.

Forschungen der RWTH Aachen deuten darauf hin, dass bidirektionales Laden die Degeneration des Akkus über ein Jahrzehnt hinweg um 1,5 bis 6 Prozent erhöhen könnte. Das entspricht einem möglichen Verlust der Reichweite von 6 bis 19 Kilometern. Der Grund: Zusätzliche Ladezyklen belasten die Batterie und führen zu allmählichem Verschleiß.

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Automobilhersteller gehen unterschiedlich mit dem Problem um. Während Volkswagen und Ford strenge Grenzen für bidirektionales Laden setzen, um die Akkus zu schonen, warnt BMW, dass die Nutzung dieser Funktion Auswirkungen auf die Garantie haben könnte. Mercedes-Benz verzichtet auf feste Beschränkungen, betont jedoch, wie wichtig eine sorgfältige Steuerung der Energieflüsse ist.

Netzbetreiber in Deutschland können die Leistung neuer Wallboxen während Spitzenlastzeiten auf 4,2 Kilowatt drosseln. Dies verhindert nicht nur Überlastungen, sondern schont auch die Akkus, indem die Wärmeentwicklung in den Zellen reduziert wird. Florian Ringbeck, Forscher an der RWTH Aachen, erklärt, dass langsameres Laden schädliche chemische Reaktionen verringert.

Dynamische Stromtarife ermöglichen Kosteneinsparungen, indem Fahrzeuge dann geladen werden, wenn die Preise niedrig sind. Energiemanagementsysteme passen den Ladevorgang automatisch an die Preissignale an – sie unterbrechen und setzen ihn bei Bedarf fort. Ringbeck zufolge haben diese Unterbrechungen kaum Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterie. Robin Zalwert vom TÜV-Verband weist jedoch darauf hin, dass häufige Vollladungen im Rahmen dynamischer Tarife die Alterung des Akkus langfristig beschleunigen könnten.

Bidirektionales Laden und dynamische Tarife bieten zwar finanzielle und netztechnische Vorteile, gehen aber mit Kompromissen bei der Akkulebensdauer einher. Hersteller und Netzbetreiber passen ihre Richtlinien an, um den Verschleiß zu minimieren, ohne die Effizienz der Systeme zu beeinträchtigen. Wie stark sich die Technologie langfristig auf die Batterien auswirkt, hängt davon ab, wie das Laden in den kommenden Jahren gesteuert wird.

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