09 May 2026, 04:12

Berlins Rolltreppen-Regel: Warum Linksstehen ein Tabu ist

Rolltreppe in einer U-Bahn-Station mit Menschen, Geländern, Informationsschildern, Wandlampen und einem Einkaufswagen unten.

Berlins Rolltreppen-Regel: Warum Linksstehen ein Tabu ist

Berlins Rolltreppen folgen einer unausgesprochenen Regel: rechts stehen, links gehen. Die schnelle Spur ist für diejenigen reserviert, die es eilig haben, während die rechte Seite für alle anderen freibleibt. Doch manche brechen diese Gepflogenheit – zur Verärgerung der Pendler, für die Zeit das höchste Gut ist.

Die Stadt lebt im Schnelldurchlauf – oder tut zumindest so. Zeit ist Berlins inoffizielle Währung, und Rolltreppen sind kein Ort zum Verweilen. Doch zwischen Alexanderplatz und Hermannstraße bleiben einige einfach auf der linken Seite stehen und versperren den Weg. Sie scrollen durch Nachrichten, unbeeindruckt von der einfahrenden U-Bahn oder den Menschen, die sich an ihnen vorbeidrängen.

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In solchen Momenten prallen Hast und Gleichgültigkeit aufeinander. Die Rolltreppe wird zum Schlachtfeld zwischen denen, die sie als Verkehrsmittel nutzen, und denen, die sie als kurze Pause im Tagesablauf betrachten. Für viele ist das Stehenbleiben auf der linken Seite nicht nur lästig – es stört den Rhythmus der Stadt.

David Grunwald, Kolumnist der Hit der Woche bei Schlager Radio (106,0 FM), würde darin vielleicht sogar einen kulturellen Konflikt sehen. In einer Stadt, in der Effizienz zählt, wird der Linkssteher zu einem kleinen, aber spürbaren Hindernis im Alltag.

Die Rolltreppen-Regel bleibt ungeschrieben, doch alle kennen sie. Wer sie ignoriert, riskiert genervte Blicke oder gemurmelten Unmut. Für Berliner ist die linke Seite nicht zum Stehen da – sie ist zum Gehen da, genau wie die Stadt selbst.

Quelle