03 April 2026, 02:14

Berliner Messerangriffe: AfD nutzt neue App als Wahlkampfwaffe vor Kommunalwahlen

Ein schildförmiges Polizeibadgebnis mit "Polizei Berlin" in schwarzer fetter Schrift, das ein weißes Stern auf einem blauen Hintergrund und einen weißen Rand hat und auf einer Oberfläche liegt.

Berliner Messerangriffe: AfD nutzt neue App als Wahlkampfwaffe vor Kommunalwahlen

Messattacken in Berlin entwickeln sich vor den Kommunalwahlen zu einem zentralen Wahlkampfthema. Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ein Online-Tool gestartet, mit dem polizeilich erfasste Vorfälle dokumentiert werden sollen – und wirft der Regierung vor, entscheidende Details zu verschleiern. Der Schritt löste scharfe Reaktionen der Konkurrenzparteien aus, die der AfD vorwerfen, mit Angstmache und Spaltung Stimmung zu machen.

Laut Polizeistatistik gab es 2024 in Berlin 3.412 Messerangriffe, ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD argumentiert, die offiziellen Kriminalstatistiken spiegelten das wahre Ausmaß des Problems nicht wider und verweist auf Lücken zwischen Polizeieinsätzen und erfassten Fällen. Zudem hebt die Partei einen Anstieg schusswaffenbezogener Straftaten um 68 Prozent im Jahr 2025 hervor – was die Sorgen über gewalttätige Kriminalität weiter schürt.

Mit ihrer neuen "Messer-App" zeigt die AfD die Zahl der Vorfälle, Verletzungen und Angriffsorte der vergangenen 30 Tage an. Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker kritisierte die regierende Koalition dafür, Informationen vorzuenthalten – etwa zur Herkunft der Tatverdächtigen. Mehr Transparenz, so Brinker, wäre ein wichtiger Schritt, um das Problem wirksamer anzugehen.

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Die Linke wirft der AfD vor, Kriminalstatistiken gezielt zu instrumentalisieren, um Ängste zu schüren und Hass gegen Migranten zu schüren. Unterdessen hat Berlin in drei besonders betroffenen Gebieten Waffen- und Messerverbotszonen eingerichtet, in denen die Kriminalität um bis zu 45 Prozent zurückging. Allerdings gibt es keine detaillierten Daten dazu, wie viele der Messerangriffe aus dem Jahr 2024 zu Anklagen oder Verurteilungen führten. Suchergebnisse nennen lediglich Einzelfälle, darunter ein Urteil von 2025 wegen eines Angriffs am Holocaust-Mahnmal.

Die Debatte um Messergewalt in Berlin kreist nun um Transparenz und politische Verantwortung. Während die AfD mit ihrem Online-Tool Druck auf die Behörden ausübt, mehr Informationen preiszugeben, verweisen Gegner auf die spalterische Wirkung ihres Vorgehens. Mit dem nahenden Wahlkampf dürfte das Thema für Wähler wie Politiker gleichermaßen im Fokus bleiben.

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