Berlin setzt 2034–2037 auf Internationale Bauausstellung statt Olympia
Emma BeckerBerlin setzt 2034–2037 auf Internationale Bauausstellung statt Olympia
Berlin wird von 2034 bis 2037 seine dritte Internationale Bauausstellung (IBA) ausrichten. Mit dem Beschluss des Senats rückt die Stadt von einer möglichen Olympiabewerbung ab und konzentriert sich stattdessen auf die städtebauliche Entwicklung entlang des Berliner S-Bahn-Rings. Die Entscheidung stößt bei Architekten und Ingenieuren auf Zustimmung, die darin eine Gelegenheit sehen, drängende Herausforderungen in bestehenden Stadtteilen anzugehen.
Die geplante IBA unterscheidet sich von früheren Ausgaben, indem sie den Fokus auf die bestehende Stadt legt und nicht auf neue Viertel. Während frühere Veranstaltungen wie die IBA 1979–87 in West-Berlin Gebiete wie Tegel und Kreuzberg im Blick hatten, liegt der Schwerpunkt diesmal auf den Übergangsbereichen zwischen Innen- und Außenbezirken, wo sich städtische, soziale und infrastrukturelle Probleme überschneiden. Konkrete Stadtteile wurden noch nicht benannt, doch das Ziel besteht darin, zersiedelte Viertel zu vernetzen und nachhaltiges Wachstum in bereits bebauten Räumen zu fördern.
Der Bund Deutscher Architekten und Ingenieure Berlin-Brandenburg (AIV) begrüßt die Entscheidung des Senats. Die Vereinigung fordert, dass die IBA klare Rahmenbedingungen und ambitionierte Ziele für die Stadtentwicklung setzen sollte. Sie sieht in der Ausstellung eine Plattform, um innovative Lösungen für moderne Stadtprobleme zu erproben – insbesondere entlang des S-Bahn-Rings.
Während die IBA nun einen konkreten Zeitrahmen hat, bleiben Berlins olympische Ambitionen vage. Befürworter sowohl der Olympischen Spiele als auch der Weltausstellung argumentieren, dass sich diese Großveranstaltungen mit der IBA verbinden ließen. Doch in der Koalition gibt es weiterhin Skepsis, ob die Prioritäten des Senats volle politische Unterstützung erhalten werden.
Die IBA 2034–37 wird Berlins dritte Bauausstellung sein, nach Ausgaben in den späten 1950er- und späten 1980er-Jahren. Der Fokus auf die Umgestaltung bestehender urbaner Räume markiert einen Wandel weg von Neubauprojekten auf der grünen Wiese. Sollte die Initiative gelingen, könnte sie prägend dafür werden, wie die Stadt in den kommenden Jahrzehnten Infrastruktur, soziale Spaltung und Nachhaltigkeit angeht.






