Arbeitgeber fordern radikale Kürzung der Lohnfortzahlung bei Krankheit vor der Bundestagswahl 2025
Emma BeckerArbeitgeber wollen Krankengeld begrenzen - Arbeitgeber fordern radikale Kürzung der Lohnfortzahlung bei Krankheit vor der Bundestagswahl 2025
Deutsche Arbeitgeber fordern radikale Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Nach einem deutlichen Anstieg der Krankheitstage drängen deutsche bahn auf grundlegende Änderungen bei den Regeln zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Allein im Jahr 2024 zahlten Unternehmen 82 Milliarden Euro für Lohnersatzleistungen bei Krankheit, während Produktionsausfälle auf 134 Milliarden Euro stiegen. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), hat nun vor der anstehenden bundestagswahl 2025 Reformen gefordert.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem krankheitsbedingte Fehlzeiten Rekordwerte erreichen. Im Schnitt nahmen Arbeitnehmer:innen im Jahr 2024 jeweils 20,8 Krankheitstage – mit Milliardenkosten für die Wirtschaft durch entgangene Produktivität. Dulger warnte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 8. November 2025, das aktuelle System sei "nicht mehr tragbar".
Als zentrale Maßnahme schlägt Dulger vor, die bezahlte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf maximal sechs Wochen pro Jahr zu begrenzen – unabhängig von der Anzahl der Einzelerkrankungen. Bisher haben Beschäftigte Anspruch auf sechs Wochen volles Gehalt pro Krankheitsfall. Zudem fordert er die Abschaffung von Krankschreibungen per Telefon, da diese seiner Meinung nach zu leicht missbraucht werden könnten. Weitere Reformvorschläge umfassen den Wegfall von Zuschlägen für Nacht-, Sonntags- und Überstundenarbeit während einer Krankschreibung. Dulger setzt sich außerdem für strengere Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein. Schnellere und häufigere Überprüfungen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sollen seiner Ansicht nach unnötige Fehlzeiten verringern.
Die Forderungen des BDA-Präsidenten kommen zu einer Zeit, in der Unternehmen unter wachsendem finanziellen Druck durch steigende Krankheitskosten stehen. Seit 2022 ist die Zahl der Fehltage stark angestiegen, was die Rufe nach einer verschärften Regelung der Lohnfortzahlung laut werden lässt.
Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde dies eine grundlegende Wende in der Handhabung von Krankengeld in Deutschland bedeuten. Arbeitgeber hoffen, dass strengere Regeln die Kosten senken und Missbrauch eindämmen. Die Vorschläge werden nun im Vorfeld der bevorstehenden Bundestagswahl diskutiert.