06 February 2026, 04:25

230 Millionen Mädchen leiden unter weiblicher Genitalverstümmelung – und die Zahlen steigen weiter

Eine Europakarte mit verschiedenen Farben, die den Geschlechtergleichheitsindex für 2017 anzeigen, begleitet von Text auf der linken Seite, der "Gesundheitsübersicht des Geschlechtergleichheitsindex 2017" lautet.

230 Millionen Mädchen leiden unter weiblicher Genitalverstümmelung – und die Zahlen steigen weiter

Weibliche Genitalverstümmelung bleibt ein weltweites Problem

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist nach wie vor ein weitverbreitetes Problem und betrifft Millionen von Frauen und Mädchen weltweit. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass 230 Millionen Frauen und Mädchen dieser Praxis unterzogen wurden – allein im letzten Jahrzehnt kamen 30 Millionen Fälle hinzu. Trotz internationaler Bemühungen bleibt der Fortschritt zur Beendigung der Verstümmelung hinter dem Ziel der Vereinten Nationen zurück, die Praxis bis 2030 vollständig abzuschaffen.

Bei FGM handelt es sich um nicht-medizinisch begründete Veränderungen der äußeren weiblichen Genitalien, die oft an Mädchen vor der Pubertät vorgenommen werden. Die Folgen sind schwerwiegend: Sie reichen von chronischen Schmerzen und Infektionen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen bei Geburten und langfristigen psychischen Traumata. Allein in Europa leben derzeit 600.000 Frauen und Mädchen mit diesen Spätfolgen.

Jährlich droht etwa 4,4 Millionen Mädchen, genital verstümmelt zu werden. Präventionsprogramme scheitern jedoch häufig an fehlenden finanziellen Mitteln. Zwar gibt es in 94 Ländern dokumentierte Fälle von FGM, doch nur 58 haben explizite gesetzliche Verbote erlassen. Aktuelle Daten zeigen zudem eine besorgniserregende Entwicklung: Jede vierte Verstümmelung wird mittlerweile von medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Diese zunehmende Medikalisierung droht, die Praxis zu normalisieren und erschwert die Bekämpfung.

Die Vereinten Nationen haben sich das Ziel gesetzt, FGM bis 2030 auszurotten. Die aktuellen Trends deuten jedoch darauf hin, dass dieses Ziel verfehlt werden könnte. Ohne strengere Gesetze, höhere Investitionen und globale Zusammenarbeit wird die Zahl der betroffenen Mädchen und Frauen voraussichtlich weiter steigen.

Die neuesten Zahlen bestätigen, dass weibliche Genitalverstümmelung eine globale Gesundheits- und Menschenrechtskrise bleibt. Mit 230 Millionen Überlebenden und Millionen weiteren gefährdeten Mädchen pro Jahr ist dringendes Handeln gefordert: Verbote müssen durchgesetzt, Präventionsmaßnahmen finanziert und der Trend zur Medikalisierung umgekehrt werden. Zögern die Verantwortlichen weiter, könnte das UN-Ziel für 2030 in weite Ferne rücken.